Es muss ein Riesling sein!

Nagut, so richtig produktiv war das bis hierhin noch nicht. Das bezieht sich allerdings lediglich aufs Schreiben von Beiträgen für diesen Blog. Weintechnisch waren wir da ein wenig konsequenter unterwegs. Aber nach dem Lesen einiger Weinblogs (https://www.schnutentunker.de/, https://www.captaincork.com/) und Hören einiger Weinpodcasts (Kunze von RPR1, Blindflug, Corkbordell, VinePair und wasnichalles), bekommt man dann doch wieder Lust irgendetwas selbst zu produzieren was sich um Wein dreht. Man könnte jetzt natürlich ein Roundup (ein Review, kein Glyphosat) seit dem letzten Eintrag machen, aber das ist so lange her das schenken wir uns mal einfach und konzentrieren uns auf aktuelle und zukünftige Ereignisse.
Obwohl, ein kleiner Schwank aus der jüngeren Vergangenheit muss dann schon eingestreut werden, um zu erklären was denn so abgeht in unserer persönlichen Weinwelt. Ich hatte eingangs ja bereits erwähnt, dass ich mich in ein paar Podcasts eingehört habe. Ein paar sogar durchgehört. Und einer von diesen Podcasts ist Blindflug von Felix Bodman (von http://www.schnutentunker.de). Das Setting ist schnell erklärt: Er und ein Freund treffen sich etwa alle 14 Tage und schenken dem jeweils anderen blind in schwarze Verkostungsgläser einen Wein ein, der dann verkostet und beschrieben wird. So einfach und so genial. Weshalb wir uns dann selbst ein 6er Set schwarze Gläser zugelegt haben um ein ganz ähnliches Spiel zu spielen. Allerdings schenken wir uns nur einen Wein ein und versuchen dann zu analysieren (Rot/Weiss, Rebsorte, Jahrgang, undsoweiter). Wie erstaunlich schwer das dann ist, zeigt sich wenn es mitunter nichtmal ganz eindeutig zuzuordnen ist ob es sich beim eingegossenen Wein um einen roten oder einen weissen Vertreter seiner Art handelt (ein famoses Beispiel ist hier etwa Knipsers Riesling Halbstück, wir hatten 2014). Einfach ein Riesenspaß!
Also wird der Blog einfach mal mit einer aktuellen Blindverkostung „rebooted“.
Ich bekam einen Wein eingeschenkt und das naheliegendste ist dann natürlich erst einmal hineinzuriechen. Und da ging der Spaß auch schon los. Schöne Nase, ich erschnüffelte etwa Anklänge von Grapefruit und einen feinen Petrolton, den ich allerdings zunächst nicht so recht zuordnen konnte. Also auf zum zweiten Akt: Gaumen. Im Mund dann eine herrliche Saftigkeit, verbunden mit ein wenig Adstringenz aber ohne heftige Holznoten. Das deutete für mich darauf hin, dass der Kollege mal im großen Holz unterwegs war (keine Ahnung ob das stimmt, aber so hat es sich angefühlt). Dazu noch von einer schönen Säure in einen angenehmen irgendwie kräutrigen Abgang getragen. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass Holz und Säure noch nicht so hundertprozentig verbunden waren. Also durchaus denkbar, dass der Wein nicht älter als 5 Jahre ist. Petrol mit guter Säure und Saftigkeit, bei diesen 3 Schlagworten kann man dann auch gut und gerne ohne dass man den Wein selbst probiert hat auf Riesling tippen und da Holzfässer nicht gerade in Basisweinen eingesetzt werden, war mein Tipp ein deutsches VDP „GG“. Das war zwar nicht ganz richtig, aber ansonsten lag ich garnicht schlecht (Weingut hatte ich -falsch- geraten, aber da fehlt tatsächlich die Verkostungstiefe ganz generell), denn wie sich herausstellte hatte ich einen Ruppertsberger Reiterpfad Riesling von von Winning (klassisches von-Doppel-von), Erste Lage Jahrgang 2016 im Glas. Richtig herrliches Ding, das für 16.50 € auch durchaus bezahlbar ist für die Menge an Freude die es bereitet! Bepunktet hatten wir beide mit 17, also durchaus hoch.
In diesem Sinne: Prost!

Essen im Supermarkt – das Setzkasten im Zur Heide Feine Kost Düsseldorf

Heute wollen wir euch einmal ein ganz besonderes Restaurant mit einem tollen Konzept vorstellen und zwar ist es ein Restaurant, das sich in einem Supermarkt befindet. Wobei Supermarkt maximales Understatement ist, denn das Zur Heide Feine Kost Center in der Berliner Allee in Düsseldorf ist alles Andere als ein gewöhnlicher Supermarkt, auf 2 Etagen tummeln sich hier allerlei Lebensmittel die eben nicht zum Standardrepertoire eines „normalen“ Supermarkts gehören und außerdem gibt es an gleich mehreren Orten im Markt die Möglichkeit hervorragende Produkte zu geniessen. Und damit wären wir auch schon beim Restaurant „Setzkasten“ im Zur Heide Feine Kost. Das Besondere ist hierbei, dass man neben gewöhnlicher à la Carte Bestellung jeden der 4 Gänge (Vorspeise, Zwischengericht, Hauptspeise und Nachspeise) jeweils bestehend aus 3 möglichen Gerichten jeweils auch im Setzkasten bestellen kann. Der Vorteil neben der originellen Idee hierbei ist dann eben, dass man jedes der Gerichte in kleinerer Version probieren kann, neugierigen Genussfreunden wird hier so einiges geboten. Daneben gibt es auch eine hervorragende Weinkarte mit allerlei nationalen und internationalen offenen und Flaschenweinen. Eine weitere Besonderheit ist es, dass man jede beliebige Flasche aus der benachbarten Weinabteilung gegen ein Korkgeld ebenfalls konsumieren kann. Hier wird gekonnt der Einkaufsmarkt mit dem Restaurant kombiniert.

Nachfolgend einige Beispiele für die Speisen. Unbedingt empfehlenswert!

WeinFrühlingDüsseldorf 2018

Am 10. und am 11.03 fand der WeinFrühling in Düsseldorf statt und wir waren natürlich dabei. Wir konnten sehr viel Interessantes entdecken. Am meisten überzeugt haben uns die Weine der Winzergenossenschaft Divino (Nordheim Thüngersheim), des Weinguts Uebel (Nussdorf), des Weinguts Karlheinz Becker (Heuchelheim- Klingen) und des Weinguts Edelberg (Nahe). Natürlich konnten wir leider nicht alle verkosten, daher tut es uns sehr leid, wenn wir den ein oder anderen sehr schönen Wein nicht gebührend loben können. Zur Auswahl standen auch interessante autochthone Rebsorten aus Bulgarien, Frankreich und Italien (um einige wenige zu nennen).  Es ist immer wieder faszinierend welche Vielfalt an Geschmackserlebnissen sich in so manchem Glas verbirgt. Das schöne ist die Assoziation zum Vergangenen, war es eine Reise? Ein altbekanntes Essen? Vielleicht sogar eine Erinnerung aus der Kindheit (Süßigkeiten)? Oder ein noch nie dagewesener Geschmack? Wein – eine Faszination für die Sinne – eine Entdeckungsreise durch die Zeit.

Liste der anwesenden Weingüter: http://www.weinfruehlingduesseldorf.de/teilnehmer.html

Das Verkostungssystem

Nachdem wir eine Zeit lang die von uns verkosteten Weine mit einer 6 Punkte Skala (von 0 wie „ungenießbar“ bis 6 wie „unmöglich je wieder etwas anderes zu trinken“), haben wir uns zu Gunsten der besseren Vergleichbarkeit untereinander und um die Bewertung um einige Punkte zusätzlich zu persönlichem Geschmack zu erweitern für ein 20 Punkte Schema entschieden. Das Template ist stark an das auf https://glossar.wein-plus.eu/weinbewertung beschriebene Schema angelehnt. Ist natürlich trotzdem noch immer subjektiv und muss auch nicht notwendigerweise die Trinkfreude die man bei einem Wein empfindet widerspiegeln, aber es macht einfach eine Menge Spaß und kann nur jedem empfohlen werden, der gerne Wein genießt.

In Kürze: Bewertet werden Aussehen mit insgesamt 0-4 Punkten (Farbe mit 0-2 Punkten und Klarheit/Reinheit mit 0-2 Punkten), Geruch mit 0-4 Punkten, Geschmack mit 0-7 Punkten und Gesamt-Eindruck mit 0-5 Punkten.

Das Hauptaugenmerk liegt also glücklicherweise auf dem Geschmack und dem Gesamteindruck. Aussehen hat einen vergleichsweise hohen Stellenwert (insgesamt gleich viele Punkte wie Geruch), wie sich das langfristig niederschlägt wird man sehen.

Wein ist fein

IMG_20170605_132128375.jpgDas weiß natürlich ein jeder, der sich einmal näher mit dem Thema Wein und seiner Vielfalt auseinander gesetzt hat. Wir (Kerstin und Jochen) haben auch herkunftsbedingt (Sie aus Südtirol, Er aus der Pfalz) schon immer gern Wein getrunken, jedoch seit einiger Zeit damit begonnen uns genauer damit auseinander zu setzen. Den Anfang machte das Buch „Workshop Wein“ von Marnie Old aus dem DK Verlag (https://www.amazon.de/Workshop-Wein-entdecken-verkosten-genie%C3%9Fen/dp/3831026424) und von da nahm die Verkostungs- und Entdeckungsreise sozusagen ihren Lauf. Dieser Blog soll hauptsächlich dazu dienen Verkostungen, Entdeckungen und Reisen zu sammeln und natürlich irgendwann eine Presseakkreditierung für die Pro Wein zu bekommen. Vielleicht gibts auch Häkeltipps, mal schauen.